Letex Spezialgarne

Erfolgreich in der Nische

Seit 1980 produziert die Firma Letex Spezialgarne in Augsburg Kantenzwirn für moderne Webmaschinen - zuerst auf dem Gelände der Dierig AG, seit 1998 in eigenen Räumen in Augsburg-Lechhausen. Richard Schmid war bereits 55 Jahre alt, als er sich mit seinem eigenen Unternehmen selbständig machte. Ein Risiko, das andere in diesem Alter nicht mehr eingehen wollen. Es hat sich gelohnt, denn auch heute noch findet Letex Nischen im Textilmarkt.

Inzwischen ist auch Sohn Andreas, studierter Textilingenieur, in die Firma eingestiegen. 14 Mitarbeiter sind in Augsburg-Lechhausen in der Zwirnerei angestellt. Aus hauchdünnen Polyesterfäden stellen sie den gedrehten Zwirn her, der beispielsweise für die Herstellung von Airbags benötigt wird. Aber auch die Kanten von Matratzenstoffen werden mit Letex-Garnen gehalten. Richard Schmid, der lange Jahre bei Dierig als Webereileiter gearbeitet hat und das Gewerbe von der Pike auf gelernt hat, erklärt: "Früher wurden die Kanten der gewebten Stoffe durch Webkanten eingefasst. Mit der Entwicklung der heutigen, modernen Webstühle, war das nicht mehr möglich. Nun werden die Stoffe durch spezielles Kantengarn in Form gehalten." Dieses Garn wird aus ein bis drei Ausgangsfäden zu einem Spezialfaden zusammengedreht. Die Mitarbeiter an den Maschinen werden etwa ein halbes Jahr geschult und können die Spezialprogramme dann selbständig eingeben. Die fertigen Garne gehen von Augsburg aus in die ganze Welt - aber auch zu UTT, einem großen Hersteller von Airbags in Krumbach und zu Global Safety, einem Airbag-Hersteller in die Nähe von Freiburg. 

Die beiden Chefs sind hauptsächlich damit beschäftigt, die zahllosen Verwaltungsaufgaben zu bewältigen, die mit dem globalen Markt verbunden sind. Aber auch die Suche nach neuen Nischen ist eine Aufgabe, die ständig verfolgt werden will. Dazu kommt der "Kampf mit der Bürokratie", will heißen, den Auflagen und Kontrollen durch Ämter und Kunden. Dennoch ist die Familie Schmid (denn auch die Ehefrau des Firmengründers arbeitet im Unternehmen mit) stolz darauf, als eine der wenigen Textilfirmen in Augsburg überlebt zu haben. "Wenn man bedenkt, dass nach dem 2. Weltkrieg rund 30.000 Menschen hier in der Textilindustrie gearbeitet haben," so Wirtschaftsreferentin Eva Weber beim Firmenbesuch, "kann man die 900 Mitarbeiter, die heute noch in dieser Branche tätig sind, nur nach Kräften unterstützen." Besuche bei Letex oder auch der Firma Amann Nähgarne in Augsburg-Göggingen beweisen diese Absicht. "Mit diesen Besuchen will ich auch eine Brücke schlagen von der Tradition der Textilstadt Augsburg zur Zukunft, in der die Verarbeitung von Carbonfäden zu Faserverbundwerkstoffen im Innovationspark an diese Tradition anknüpfen will."

www.letex.de

 

Stand: 16.04.2012