P+Z Planen und Zelte GmbH

Von der Abdeckplane bis zur komplexen Zeltmembrane

19 Mitarbeiter arbeiten bei P+Z Planen und Zelte in Lechhausen an Lkw- und Anhängerplanen, Zelteinkleidungen oder Wetterschutzplanen. Doch auch Bootspersenninge und sogar textile Schutznetze für die SGL Arena werden von den technischen Konfektionären unter der Geschäftsführung von Klaus Möritz und Josef Augustin hergestellt. 

Schon seit 1987 gibt es die P+Z Planen und Zelte GmbH. Damals wurde das Unternehmen im Zuge der Umstrukturierung des Deuter-Konzerns gegründet. Josef Augustin, bei P+Z für die Produktion zuständig, war bei der Gründung dabei, Klaus Möritz stieg 1995 in die Firma ein. Er kümmert sich um die kaufmännischen Belange der "Technischen Konfektion", wie das Arbeitsgebiet von P+Z offiziell heißt. 

Zu den Kunden des Unternehmens im Lechhauser Gewerbegebiet gehören die Großen wie die Kleinen: Premium Aerotec läßt Wetterschutzeinhausungen für den Transport seiner Flugzeugteile fertigen, für die Industrie werden Schutzvorhanganlagen produziert, Hersteller von Pkw-Anhängern werden mit Planen beliefert, für das Oktoberfest fertigt man Zeltplanen - aber auch Privatpersonen erhalten bei P+Z eine neue Bespannung für den Gartenpavillon oder einen Wetterschutzvorhang für den Freisitz. 

"Einen Großteil unseres Umsatzes erzielen wir mit Pkw-Anhängerplanen," erzählt Klaus Möritz. Die namhaften Hersteller, wie zum Beispiel Humbaur in Gersthofen, lassen bei P+Z fertigen. Die Firma ist mit ihren schnellen und flexiblen Fertigungsprozessen auf die Ansprüche ihrer Kunden eingestellt. "Es gibt eine Unzahl verschiedener Anhängertypen, welche in den unterschiedlichsten Varianten ausgeführt werden," so Möritz, "aber wenn man zwischen 70 und 100 Stück Hochplanen pro Woche fertigt, dann ist ein optimaler Fertigungsablauf lebenswichtig."

Dieser optimale Ablauf sieht in der Regel so aus: Nach der Aufnahme der Maße wird eine Zeichnung erstellt und der Zuschnitt ermittelt. Dieser wird vom Zuschneider auf das Planenmaterial aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe übertragen. Die Beschläge, etwa die Ösen, durch die die Halteseile gezogen werden, werden vom Anzeichner auf der Plane angegeben, bevor der Schweißer die Teile zusammensetzt. "Eine Lkw-Plane hat eine höhere Festigkeit, wenn die Nähte geschweißt werden - denn eine Nähnaht ist unter Umständen eine Perforation der Plane, sozusagen eine Sollbruchstelle," erklärt der 37-jährige Geschäftsführer. 

Der Fertigungsprozess bei P+Z wird von Fachleuten durchgeführt, die sich allerdings im Bedarfsfall auch gegenseitig zuarbeiten und aushelfen können. Nur die individuellen Maßprodukte werden durch zwei Fachmänner vom Aufmaß über die einzelnen Verarbeitungsschritte, bis hin zur Endmontage nicht in einer Fließfertigung ausgeführt. "Durch die extreme Empfindlichkeit von Sonderqualitäten oder durch eine mehrfach nötiges Auflegen und Anpassen des Rohlings kann nur so die gewünschte Qualität erzielt werden," erläutert Klaus Möritz. 

Neben den Neuanfertigungen, zum Beispiel auch von robusten Transporttaschen für Messebauteile, wächst das Nachrüstgeschäft bei P+Z: Was zunächst an Neuaufträgen vom Planenhersteller abgewandert war, etwa das typische kleine Gartenzelt, kommt nun teilweise wieder zurück: "Die Produkte aus dem Baumarkt stammen meist aus Fernost und sind in der Regel schon nach kurzer Zeit den hiesigen UV- und Witterungsansprüchen nicht gewachsen," hat der Fachmann festgestellt, "so dass wir zahlreiche Privatkunden bedienen, die wieder eine qualitativ hochwertige und langlebige Lösung suchen." Weil das oftmals sehr schnell gehen muss, hält P+Z diverse Planenqualitäten in einem großem Farbsortiment bereit - von Sonnengelb bis zu Lkw-Grau. "Mit unserer schnellen und flexiblen Arbeit verwöhnen wir unsere Kunden natürlich," schmunzelt Möritz, "wenn ein Zelt einmal über Nacht fertig ist, dann soll es beim nächsten Mal möglichst noch schneller gehen."

Durch ihre Leistung und eine entsprechende Empfehlung hat die P+Z GmbH allerdings auch schon einen ganz besonderen Auftrag erhalten: Für die SGL Arena musste auf die Schnelle zwischen Dach und Oberrang ein Wetterschutz gefunden werden - ein Fall für Möritz und sein Team. Ein engmaschiges Netzmaterial sorgt nun dafür, dass es weniger zieht im Stadion, der Regen nicht auf die Zuschauer weht und auch die Temperatur nicht unzumutbar absinkt, wenn es friert und schneit. "Das war ein toller Auftrag," schwärmt Möritz. Rund 3600 Quadratmeter des Schutzmaterials mussten segmentweise einzeln berechnet, verarbeitet und schließlich auch mit drei Mann in vierwöchiger Arbeit montiert werden. Die Augen des Augsburgers glänzen heute noch, wenn er davon erzählt - aber dann ist er sofort wieder auf dem Boden der Realität: "Wir sind damals personell an unsere Grenzen gegangen, da das "normale" Alltagsgeschäft nebenbei unbehindert weiter laufen musste - und für diese Einzelobjekte möchten wir uns nicht noch stärker vergrößern." In einer Branche, in der nur rund zehn Prozent der Firmen mehr als zwei Mitarbeiter haben, gehört P+Z ohnehin schon zu den Riesen. Kleiner will man aber auch nicht mehr werden - und deshalb bildet das Unternehmen unter anderem auch eine junge Frau zur Technischen Konfektionärin aus. 

www.planenundzelte.de

 

Stand: 14.09.2012