bifa Umweltinstitut GmbH

Anwendungsbezogene Forschung für Unternehmen

Aus einer Einrichtung für Abfallforschung hat sich das bifa Umweltinstitut längst heraus entwickelt. Heute arbeiten 40 Fachleute an Projekten, die sich mit dem technischen Umweltschutz im Unternehmen beschäftigen.

Das Bayerische Institut für Abfallforschung GmbH (BIfA) wurde am 20. Juni 1991 vom Bayerischen Staat (75 % Beteiligung), der Stadt Augsburg (12,5 %) und der Industrie- und Handelskammer für Schwaben (12,5 %) gegründet. Als anwendungsorientierte wissenschaftliche Einrichtung entwickelte BIfA zunächst neue, verbesserte Maßnahmen und Verfahren zur Abfallvermeidung, -verringerung und -verwertung für Industrie und kommunale Entsorgungsbetriebe. Mit 18 Mitarbeitern nahm BIfA 1992 seine volle Geschäftstätigkeit in den Sparten Technik, Ökonomie, Chemie und Toxikologie auf. Anfangs befanden sich die Büros in zwei Containern. Im Jahr 1993 konnten die ersten richtigen Büro- und Laborräume bezogen werden. 1996 war auch das Hauptgebäude bezugsfertig und die ersten Versuche im neuen Technikum konnten durchgeführt werden.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich in Bayern eine leistungsfähige Abfallwirtschaft und es rückten neue Aufgabenfelder in den Fokus der Umweltwirtschaft. Der vorsorgende Umweltschutz gewann immer mehr an Bedeutung. Die Bayerische Staatsregierung nahm dies zum Anlass und förderte im Rahmen der High-Tech-Offensive eine Erweiterung der Aufgabenfelder des BIfA. Die neuen Arbeitsgebiete reichten über die Abfallwirtschaft hinaus und umfassten nun auch Felder wie die Umweltbiotechnologie, den Umwelttechnologietransfer sowie den produkt- und produktionsintegrierten Umweltschutz. Dies erforderte eine noch stärkere Zusammenarbeit der unterschiedlichen naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen am BIfA.

Mit dem Wandel der Themenfelder ging 2001 auch eine Namensänderung einher: Das "Bayerische Institut für Abfallforschung GmbH" wurde zum "Bayerischen Institut für Angewandte Umweltforschung und -technik GmbH" (BIfA). Bis 2003 wuchs das BIfA auf 47 fest angestellte Mitarbeiter an.

Im Jahr 2007 wurde das Institut in "bifa Umweltinstitut GmbH" umbenannt, inhaltlich und organisatorisch neu strukturiert und noch stärker als zuvor auf den Bedarf von Wirtschaft und Kommunen ausgerichtet. Heute ist bifa ein starker Partner in allen Fragen rund um den Technischen Umweltschutz.

Die bifa Umweltinstitut GmbH bietet seinen Kunden aus sämtlichen Branchen und für öffentliche Institutionen Entwicklungs-, Engineering- und Beratungsdienstleistungen rund um den technischen Umweltschutz. 40 Mitarbeiter entwickeln individuelle Lösungen für Unternehmen und für öffentliche Institutionen. Der Fokus liegt hierbei sehr stark auf der anwendungsbezogenen, problemorientierten Forschung, bei der Stoffströme und Energieflüsse analysiert und bewertet sowie verfahrenstechnische Prozesse und betriebliche Umweltschutzkonzepte entwickelt werden. Das Spektrum erstreckt sich von der zielgruppengerecht dargestellten Ökoeffizienzanalyse über das Managen von Netzwerken bis hin zur schlüsselfertigen Lieferung kompletter Anlagen und zur Strategie- und Politikberatung. bifa fertigt auch fachliche Gutachten im Rahmen von immissionschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren, die von Behörden und der Öffentlichkeit anerkannt werden. Durch ihren Arbeitsschwerpunkt im Bereich des technischen Umweltschutzes trägt die bifa Umweltinstitut GmbH zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Schwaben bei und entlastet aktiv die Umwelt.

Das bifa Umweltinstitut arbeitet mit namhaften Einrichtungen zusammen, so etwa mit der Universität Augsburg, Hochschule Augsburg, Fraunhofer Institut, DLR, Helmholtz Zentrum München, Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, Technische Universität München, Ludwig-Maximilians-Universität München, Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg. In der Region Schwaben, aber auch darüber hinaus ist bifa in zahlreichen Netzwerken vertreten: beispielsweise bei KUMAS e.V., im Umweltcluster Bayern e.V. und im Beirat des Augsburger Innovationsparks.

Das bifa Umweltinstitut ist Veranstalter von namhaften Fachveranstaltungen wie beispielsweise dem Bioabfall-Kompendium oder den jährlich stattfindenden Bayerischen Abfall- und Deponietagen. Des Weiteren ist bifa regelmäßig auf Messen vertreten: Die IFAT in München gehört als Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- & Ressourcenwirtschaft sicherlich zu den Highlights des Jahres 2014. In diesem Jahr ist bifa Aussteller auf der RENEXPO, auf der Kommunale sowie im Rahmen des Netzwerks Recycling Technologies Bayern auf der POLEKO in Polen.

Das bifa Umweltinstitut leitet das Projekt "MAI Recycling", das im Rahmen des Spitzenclusters MAI Carbon ausgerufen wurde. Hier steht die Entwicklung einer durchgehenden CFK-Recycling-Prozesskette im Fokus, um wiederaufbereitete Carbonfasern von hoher Qualität zu erhalten, die für die Weiterverwendung in unterschiedlichen Produkten geeignet sind. An diesem Ziel arbeitet eine Projektgruppe, welche aus zwei Forschungspartnern, der bifa Umweltinstitut GmbH (Augsburg) und dem Fraunhofer Institut für Bauphysik (Valley), sowie sechs Industriepartnern besteht: den beiden Fahrzeugherstellern Audi AG (Ingolstadt) und BMW Group (München), dem Spezialpapierhersteller Neenah Gessner GmbH (Bruckmühl), der SGL Carbon GmbH (Spezialchemie, Meitingen), der Siemens AG (Elektrotechnik, Energie- und Medizintechnik, Erlangen) und dem Anlagenhersteller Voith Composites GmbH & Co.KG (Garching). Ziel aller Entwicklungsanstrengungen ist es, im dreijährigen Projektzeitraum ein praktikables Recyclingsystem zu entwickeln, das die wirtschaftliche Wiederverwertung von CFK-Materialien erlaubt und damit die Ressourceneffizienz in vielen Wirtschaftsbranchen erhöht.

Außerdem managt das bifa den Zusammenschluss von Recyclingtechnologieherstellern - das Netzwerk Recycling Technologies Bayern. Hier arbeiten 14 KMU in Projekten eng zusammen und blicken auch bei Themen wie Marketing oder Mitarbeitergewinnung über den Tellerrand hinaus.

Bei Unternehmen steht heutzutage das Thema Ressourcen oftmals im Mittelpunkt. So durchleuchtet bifa in verschiedenen Projekten die Herstellungs- und Entsorgungswege um geeignete Einsparungs- bzw. Optimierungsmaßnahmen aufzeigen zu können. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern spart mittelfristig Geld. Mit dem Ziel Wertstoffe zu gewinnen, startete bifa ein Kooperationsprojekt mit der Wieland Werke AG und der Knittel GmbH Abfallentsorgung. Im Fokus steht hier die Entwicklung und Umsetzung eines Verfahrens zur kombinierten Verwertung der beiden Abfallströme Altbeizsäuren (aus den Produktionsprozessen der Wieland-Werke AG) und Composite-Verpackungen (aus der Knittel GmbH Abfallentsorgung) zur Gewinnung von Wertstoffen wie Kupfer, Aluminiumhydroxid und Polyethylen (PE). Untersucht werden optimale Prozessbedingungen wie pH-Wert, Verweildauer und Chloridzudosierung sowie der optimale Zerkleinerungsgrad. Voraussetzung hierfür ist neben fundiertem chemisch-technischen Wissen, aber auch strategisches Denken.

www.bifa.de

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Leiter des bifa Umweltinstituts

 

Stand: 10.04.2014