Conrad Glock Meister-Atelier für Pelz & Leder

Blick ins Schaufenster
Blick ins Schaufenster

"Diesen Beruf muss man lieben"

Das Pelzhaus Glock zählt zu den wenigen noch verbliebenen "Alt"-Augsburger Unternehmen mit Familientradition - die Firma wurde 1923 vom Großvater gegründet und hat seinen Sitz seit 1991 am Schmiedberg 7 in der Augsburger Innenstadt. Firmeninhaber ist Kürschnermeister und Pelzdesigner Conrad Glock.

Zusammen mit seinem Geschäftsführer Ernst Franzmann und fünf Mitarbeiterinnen bietet das Pelzatelier Glock hochwertige Kreationen in Pelz und Leder. "Ab Oktober beginnt die Hochsaison und zieht sich vom Wetter abhängig bis ins Frühjahr", erzählt der Firmeninhaber in der dritten Generation. Der Sommer ist die ideale Zeit um vorhandene, unmodern gewordene Pelze neu zu gestalten oder individuelle Kreationen auf Kundenwunsch und neue Modelle zu verwirklichen - zur kalten Jahreszeit sollen diese natürlich fertig sein. Dann verkauft das Pelzhaus Glock in der Hauptsache seine eigenen, unverwechselbaren Modellentwürfe aus dem eigenen Atelier.

Die Preisspanne beginnt bei kleinen Accessoires an die Handtasche, Schals und Mützenbommel laut Conrad Glock schon bei 20,-- Euro "nach oben gibt es allerdings von modischen Kanin-Jacken und Mänteln bis zum Zobel kaum Grenzen".

Bei Glock Pelzdesign wird größter Wert darauf gelegt, dass die Pelzwaren entweder aus kontrollierten Zuchtbetrieben, waidgerechter, nachhaltiger Jagd - wie Rotfuchs, Marder, Waschbär, Dachs und Bisam oder Fellen von Nebenprodukten der Nahrungsmittel-Industrie - wie Kanin, Kalb, Lamm und Ziegen kommen.

"Wir wollen wissen, wo welche Ware her kommt, um unseren Kunden die Sicherheit zu geben das kein Tier leiden musste", so der Firmeninhaber: "Wir verarbeiten heute nur hochwertigste Felle, die nur unter besten Bedingungen erzeugt werden können! Wir verkaufen klimatisierende Winterbekleidung mit besten Trageigenschaften, die vor Ort in einem der ältesten Handwerker der Menschengeschichte hergestellt wird."

Conrad Glock weiter: "Jeder muss sich entscheiden, was er trägt: Pelz, der teilweise 50 Jahre und mehr genutzt wird oder synthetische Kunstprodukte, bei denen die Produktion und Entsorgung problematisch und hoch giftig ist, bei der zudem auch noch endliche Produkte wie Erdöl vernichtet und darüber hinaus meist in Billiglohnländern hergestellt wird."

Die Firma Glock Pelzdesign ist Mitglied der Kürschner-Innung Augsburg / Schwaben. Außerdem ist Kürschnermeister Conrad Glock im Zentralverbandes des Deutschen Kürschnerhandwerks sehr aktiv und Vorstand für "Mode und Tends": "Ich setzte mich dafür ein, dass sich z.B.: Rotfuchs und andere heimische Materialien aus nachhaltiger, waidgerechter Jagd einen höheren Stellenwert bekommt und modisch aktuell wird", erklärt der erfahrene Fachmann, "es ist schade und Verschwendung, wenn Felle, die so und so anfallen weggeworfen werden und wir was Tolles daraus machen könnten!" "Es ist erfreulich, dass inzwischen mehr hinterfragt wird und im Zeichen der Nachhaltigkeit auch wieder verstärkt junge Leute auf echte Pelze setzen oder den Pelz der Oma modisch aufpeppen lassen", stellt Conrad Glock fest.

Die Reisetätigkeit seines Vaters auf Messen kommt dem Meisteratelier heute zugute: Das Einzugsgebiet des Ateliers Glock ist ganz Schwaben und reicht vom Bodensee und dem Schwarzwald bis Augsburg und natürlich München. Viele Stammkunden kennen Kürschnermeister Conrad Glock und Ernst Franzmann seit Jahren. Auch die Mitarbeiterinnen im Atelier sind teilweise seit Jahrzehnten im Hause. "Wir sind in Augsburg sicher das Atelier, das die meisten Lehrlinge ausbildet und ausgebildet hat", betont Conrad Glock und verweist schmunzelnd darauf, dass Augsburg nicht zuletzt aus diesem Grund eine relativ hohe Anzahl an Pelzhäusern hat.

"Wir und die Branche sind seit einigen Jahren in einem gewaltigen Wandel. Es ist individuelle Mode gefragt - nichts von der Stange, ausschließlich hochwertige Qualitäten in den unterschiedlichsten Varianten - geschoren, gerupft oder gefärbt. Pelz wendbar, als Innenfutter in Parkas, kleine Jacke zu Jeans, Kurzmantel oder als dekorative Kapuzenverbrämung", erzählt Glock: "Alles ist viel leichter, unkomplizierter, vielseitiger geworden und passt sich damit dem Zeitgeist und dem Klimawandel an. Pelz wird inzwischen wie auch in Italien als angenehmer, wärmender Schmuck genossen."

Anläßlich der Herbsttagung des Deutschen Kürschnerhandwerks 2014 in Düsseldorf wurde, nach unzähligen bisherigen Auszeichnungen, ein Modell aus dem Atelier Glock mit einer Goldmedaille für hervorragende modische Leistung ausgezeichnet, das darüber hinaus zweiter Gruppensieger in diesem internationalen Designwettbewerb wurde.

Ein paar Wünsche hat Conrad Glock für sein Geschäft: "Ich hätte gerne eine bessere Innenstadtlage, aber bei unserem Platzbedarf mit Verkaufsraum, Fertigung, Lager, Aufbewahrung und Büro brauchen wir mindestens ca. 300 m²! Auch unser Umfeld hat gelitten, seit die Handwerkskammer weggezogen ist." "Für uns ist die Lage nicht ideal, aber unsere Kunden finden zum Glück auch von weit her zu uns", so Conrad Glock.

"Augsburg hat so viel zu bieten und ist mit der neuen Innenstadt sehenswert geworden", so der gebürtige Augsburger, "da brauchen wir uns nicht zu verstecken." "Jetzt liegt es an uns und der Stadt das nach außen zu transportieren. Wir werden unser bestes dazu geben, um dem Slogan folgend 'Lass den Klick in deiner Stadt' Augsburg als attraktive Einkaufsstadt zu unterstützen", so Kürschnermeister Conrad Glock.

www.pelze-glock.de

Kürschnermeister Ernst Franzmann bei der Übergabe der Goldmedaillenurkunde 2014 mit dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Kürschnerhandwerks Herrn Egon Samabor.
Kürschnermeister Ernst Franzmann bei der Übergabe der Goldmedaillenurkunde 2014 mit dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Kürschnerhandwerks Herrn Egon Samabor.

 

Stand: 14.11.2014