Samocca Augsburg

Das Team des Cafe Samocca
Das Team des Cafe Samocca (Bild: Cafe Samocca)

Integration am Café-Tisch

Franchise-Konzepte kennt jeder - ob Burger oder Sandwiches, Tierfutter oder Lebensmittel, nahezu alles kann damit vertrieben werden und eigentlich jeder kann eine gute Idee in die Tat umsetzen. Neu ist das Franchise-Konzept von Samocca: Hier geht es einerseits um leckeren Kaffee, selbst geröstet vor den Augen der Kunden und von diesen gerne vor Ort genossen - andererseits um die Integration von Beschäftigten mit Behinderung, die das Café betreiben. In Augsburg gibt es das Café Samocca in der Hermanstrasse, direkt am Königsplatz.

Denise Wiedemann ist als Projektmanagerin für die CAB (Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH) verantwortlich für das Café Samocca in Augsburg. Sie hatte es zuvor schon unter einer anderen Trägerschaft geleitet und 2011 mit aus der Taufe gehoben. Acht Beschäftigte und zwei Betreuer arbeiten im Café an der Hermanstrasse, wo es nicht nur selbst gerösteten Kaffee in 20 Sorten, sondern auch selbst gebackene Torten aus der Konditorei der CAB gibt, daneben einen stets wechselnden, auch für vegan Essende schmackhaften Mittagstisch. Von 9 bis 18 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17:30 Uhr ist das Café geöffnet - und serviert werden die warmen und kalten Speisen den ganzen Tag.

Gastronomie muss man mögen - das gilt auch für Beschäftigte mit geistigen Defiziten oder Lernschwäche. "Wir probieren es grundsätzlich mit jedem", sagt Denise Wiedemann, die in Konstanz Betriebswirtschaft studiert hat. Die Beschäftigen kommen meistens aus Behindertenwerkstätten und können dort probearbeiten, wenn sie sich für die Arbeit im Café Samocca interessieren. Angeleitet werden sie von zwei Gastronomiefachkräften. "Üblich ist das eigentlich nicht", weiß Denise Wiedemann, aber wir haben mit unseren beiden Mitarbeitern hier sehr gute Erfahrungen gemacht."

Die Arbeit im Café Samocca ist durchaus anspruchsvoll - denn man will den Gästen gehobene Kaffeehaus-Gastronomie bieten. Natürlich gibt es auch Traditionelles, zum Beispiel Kässpatzen, aber diese eben auch in einer Variante mit selbst gemachtem Tomatenragout. "Der Mittagstisch wird von den Mitarbeitern der umliegenden Firmen und Büros sehr gut angenommen", freut sich die Verantwortliche. Auch Besucher des naheliegenden Hermanfriedhofs kommen gerne auf eine gute Tasse Kaffee und ein Stück Torte ins Café Samocca. Demnächst startet man eine Aktion, die auch Schüler und Studenten anlocken soll: Auf der "Pole Position", den Barhockern am Fenster, bekommen diese Gäste dann einen Kaffee gratis.

Im Grunde also ein ganz normales Kaffeehaus, das Café Samocca. Unterschiede gibt es dennoch: Die Beschäftigen bedürfen ständiger Anleitung, was natürlich zu mehr Arbeitsaufwand und damit zu höheren Kosten führt. "Noch ist das Café ein Zuschussgeschäft", erklärt Wiedemann, "mittelfristig wollen wir uns aber selbst finanzieren."

Für Firmenkunden gibt es einen Vorteil: Kaffee aus der Rösterei des Samocca kann über die Ausgleichsabgabe für Unternehmen abgerechnet werden und ist damit 28 % billiger. "Wir mischen auch besonderen Kaffee für Firmen, der dann mit unserem und dem jeweiligen Firmenlogo versehen wird", so die Projektleiterin. Dies und die Weihnachtspakete des Cafés werden zunehmend beliebter bei Unternehmen.

www.samocca-augsburg.de

 

Stand: 15.04.2015