Grenzen überschreiten

Netzwerktreffen bei der Bank für Tirol und Vorarlberg AG

Der Ort war mit Bedacht gewählt: Das Römische Museum gibt Zeugnis ab davon, wie vergänglich Ländergrenzen sind. Zu Römerzeiten hätte niemand etwas mit den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien anfangen können. Vernetzt hingegen waren diese Räume damals allemal. Das Netzwerktreffen auf gemeinsame Einladung des Wirtschaftsreferats der Stadt Augsburg und der in Augsburg ansässigen BTV Vier Länder Bank knüpfte hier an.

Schon die ersten Worte von Wirtschaftsreferentin Eva Weber bei ihrer Begrüßung sagen viel darüber aus, was "netzwerken" bedeutet: Mit ihrer Freude darüber "vertraute Sprachklänge zu hören," zeigte die Gastgeberin, wie schnell man sich versteht, wenn man Gemeinsamkeiten entdeckt. Denn die Allgäuer Heimat von Eva Weber ist ganz nahe dran an der Innsbrucker Heimat der BTV Bank. Deren Vorstandssprecher Peter Gaugg, seit 30 Jahren für die Bank tätig, erläuterte anhand des Beispiels seines eigenen Unternehmens, wie wichtig und erfolgreich Netzwerkarbeit sein kann.

Zuvor gab die Wirtschaftsreferentin einen Abriss über die Arbeit der Stadt Augsburg unter dem Motto "Vernetzung". "Augsburg ist gut vernetzt - wir haben zuletzt 140 Netzwerke in der Region gezählt," so Eva Weber. Die Stadt sei zudem "groß genug, um Visionen zu verwirklichen, und klein genug, um die Menschen hinter diesen Visionen zu kennen." Eine davon ist der Augsburg Innovationspark, der zwischen Universität und B17 eine Heimat für forschungsnahe unternehmerische Tätigkeiten sein soll. Vor allem das Technologiezentrum, das ab Frühjahr 2013 dort gebaut wird, vereine "tolle Unternehmen mit Forschungseinrichtungen, universitären Instituten und der Hochschule." Für die Arbeit des Wirtschaftsreferats ist die gesamte Region ein Netzwerk: "Wenn es den Unternehmen hier gut geht, dann entstehen Arbeitsplätze, die Menschen haben Wohlstand und ein gutes Leben."

Diese Sicht fand den ungeteilten Beifall von Peter Gaugg, Vorstandssprecher der BTV Vier Länder Bank. Auch er bezog sich auf ein historisches Netzwerk: Die Beziehungen der Fugger nach Tirol, die diese Region zur "wohlhabendsten in Europa" gemacht haben. Anhand seines persönlichen Netzwerks zeigte Gaugg, wie wichtig individuelles Engagement für den geschäftlichen Erfolg sein kann. Die Bank, deren Vorstandssprecher Gaugg seit 15 Jahren ist, hat sich seit Gründung bis heute von einem rein regionalen zu einem in Norditalien, Österreich, Süddeutschland und der Schweiz vernetzten Bankhaus entwickelt. Kunden sind heute vor allem Familienunternehmen und "anspruchsvolle Privatkunden".

"In einer Region tätig sein zu dürfen, in der das Bruttoinlandsprodukt 35.000 Euro pro Kopf beträgt, das ist ein Geschenk," so Gaugg. Seine Bank wolle das Engagement und den Einsatz der dahinter stehenden Menschen unterstützen. Hier sieht der Österreicher eine Parallele zur Augsburger Wirtschaftspolitik: "Auch wir kämpfen um Betriebe, auch wir wollen, dass es den Unternehmen gut geht."

Seit 2006 hat die BTV Vier Länder Bank eine Niederlassung in Augsburg, daneben ist man in Memmingen, München, Ravensburg und Stuttgart vertreten. Ein Anliegen ist es dem Bankhaus, nicht nur die grenzüberschreitenden Geschäfte seiner Kunden durch einen einzigen Ansprechpartner zu erleichtern, sondern auch durch Treffen von Kunden aus ähnlichen Branchen Brücken zu schlagen. Zuletzt fand ein solches Treffen in der Schweiz statt - "und wir haben festgestellt, dass viele Unternehmer den asiatischen Raum oft besser kennen als ihre Nachbarstaaten," so Gaugg.

Diese und zahlreiche weitere Aktivitäten haben die BTV Vier Länder Bank zur -produktivsten Bank Österreichs - gemacht, sagt Peter Gaugg stolz. Umso mehr freute er sich über den guten Besuch des Treffens in Augsburg, bei dem rund 70 Gäste, darunter auch Dr. Reinhard Janta, Geschäftsführer von SGL Carbon in Meitingen und Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, bis spät in den Abend "netzwerken live" betrieben.