Netzwerktreffen bei Tür an Tür e. V.

Vorbildliche Unterstützung aus Augsburg für Bürger aus aller Welt

Das 53. Netzwerktreffen des Wirtschaftsreferats fand bei "Tür an Tür" in der Wertachstrasse in Augsburg statt. Gerade hat die gemeinnützige GmbH mit dem ZiB (Zentrum für interkulturelle Beratung) einen "One-Stop-Shop" für Migranten eröffnet. Zahlreiche weitere Projekte zur Integration von Menschen mit den verschiedensten kulturellen und beruflichen Hintergründen präsentierte Stephan Schiele, der Leiter von "Tür an Tür", den interessierten Gästen.

Es ist noch viel in Bewegung bei "Tür an Tür", wie bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ganz allgemein - vorne an der Wertachstrasse glänzt das "Zentrum für interkulturelle Beratung" (ZiB) im schmucken Ziegelbau, hinten im Hof wird geräumt und renoviert, damit auch die zahlreichen anderen Projekte von "Tür an Tür" einen würdigen Rahmen erhalten.

Aus den verschiedensten Gründen kommen Menschen aus aller Welt nach Augsburg. Sie bringen einiges mit, was nicht nur der Gesellschaft ganz allgemein, sondern den Unternehmern im Speziellen nutzen kann. "Rund 7.000 Bürger mit Migrationshintergrund konnten wir im letzten Jahr in der Stadt begrüßen", berichtet Wirtschaftsreferentin in ihren einleitenden Worten zum Netzwerktreffen bei "Tür an Tür". Seit einer Woche haben diese Neu-Augsburger es etwas leichter mit der Integration: Im One-Stop-Shop des ZiB erhalten sie Unterstützung bei Amtsgeschäften und Sprachkursen, kurz, bei allem, was für sie in der ersten Zeit wichtig ist.

Eva Weber machte in ihrer Begrüßung klar, dass Integration viele Facetten hat. Auf eine davon ging sie näher ein: Die Stadt boomt, die Unternehmen brauchen Arbeitskräfte - und zahlreiche Migranten bringen eine gute Ausbildung mit, die es zu nutzen gilt. Man brauche dabei gar nicht erst in anderen Ländern nach neuen Mitarbeitern zu suchen: "Sie sind schon da, wir müssen ihnen nur eine Chance geben, sich sinnvoll in den Arbeitsmarkt einzufädeln."

Etliche Projekte hat "Tür an Tür" aufgesetzt, um dies sowohl den Migranten als auch den Unternehmern zu erleichtern. Stephan Schiele, Leiter der Organisation, die ein Teil des MigraNet Bayern bzw. Deutschland ist, erläuterte einige davon. So kümmert man sich darum, dass ausländische Mitbürger ihm Rahmen des Berufsqualifizierungsfeststellungsgesetzes ihre Berufsabschlüsse in Deutschland anerkannt bekommen - eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass beide Seiten optimalen Nutzen aus einem Arbeitsverhältnis ziehen können.

Mit den Mentoring-Partnerschaften, die "Tür an Tür" organisiert, lernen Neubürger die Arbeitswelt von innen kennen. Mentoren sind z.B. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl oder FC Augsburg-Präsident Walther Seinsch. Aber auch "normale" Unternehmer und deren Mitarbeiter können ihren Mentees wertvolle Unterstützung geben, damit sie nicht nur die Regeln des Arbeitsmarkts, sondern auch dessen kulturelle Feinheiten kennenlernen.

Weitere Projekte, die "Tür an Tür" zur Förderung der Integration auf den Weg gebracht hat, sind "SprInt" - die Ausbildung zum Sprach- und Integrationsmittler, eine Zuwanderungsberatung für Fachkräfte, die Anpassungsqualifizierung in Kooperation mit der Universität sowie ein Talenteportal, das demnächst auf einfachem Weg per Internet Fachkräfte aus aller Welt mit Unternehmern zusammenbringen soll.

Dies war Stoff genug, um eine angeregte Diskussion sowie weiteren fachlichen Austausch mit den Verantwortlichen von "Tür an Tür" zu eröffnen. Die anwesenden Gäste waren erstaunt über die zahlreichen Möglichkeiten der Integration von Migranten ins Unternehmen und in die Gesellschaft - und darüber, dass Augsburg bei vielen davon als Vorreiter in Deutschland gilt.