Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe

Netzwerktreffen am Augsburger Hochablass

Das Netzwerktreffen des Wirtschaftsreferats Anfang Juli stand ganz im Zeichen der Wasserwirtschaft. Im historischen Wasserwerk am Hochablass fanden sich rund 50 Unternehmer ein, um den Glanz der Augsburger Textil- und Maschinenbauindustrie "live" zu erleben. Denn vom Hochablass aus wurde seit dem 19. Jahrhunderte die seit dem die Trinkwasserversorgung der Stadt gespeist.

"Die Technik stammt natürlich von hier, von der MAN," so Wirtschaftsreferentin Eva Weber stolz. Die Lech- und Wertachkanäle, welche die Antriebskräfte für Industrie und Handwerk lieferten, wären nicht möglich gewesen ohne die Gefälle zwischen Wasserwerk und Stadt - "Augsburg liegt im Gebirge" formulierte es die gebürtige Allgäuerin Weber. Neben dem Hochablass sorgten die Pumpwerke in sieben Wasserwerken und neun Wassertürmen dafür, dass es durch Mühlen, Hammerwerke und andere wassergetriebene Instrumente "in der Altstadt gerappelt hat", wie Götz Beck von der Regio Augsburg Tourismus GmbH anschaulich darstellte. Die komplett erhaltene Infrastruktur zusammen mit dem 500 Jahre zurückreichenden Wissen um die Wasserwirtschaft, das im Museum und der Staatsbibliothek gespeichert ist, ermutigen ihn zu der Hoffnung, dass Augsburg nach einer langen und arbeitsreichen Vorlaufzeit im Jahr 2022/23 mit seiner Wasserwirtschaft zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt werden wird.

Sowohl Weber als auch Beck nahmen das Netzwerktreffen zum Anlass, für die Unterstützung der "Interessensbekundung zum UNESCO-Welterbe" durch die anwesenden Unternehmer zu werben. Denn in Deutschland gibt es neben Augsburg nur zwei weitere Stätten, die durch die Nutzung von Wasser für einen industriellen Aufschwung auffallen. Daher stehen die Chancen recht gut, dass die Stadt mit dem "Erdgas der Renaissance", so Beck, die höchste kulturelle Auszeichnung der Welt erringen kann.

Wie es aussehen kann, wenn Historie mit Hilfe von Investitionen der heutigen Zeit liebevoll erhalten wird, sahen die Netzwerker beim Rundgang durch das Wasserwerk Hochablass. Im Anschluss an den Blick in die Vergangenheit der Stadt und begleitet von "Wasserliadla" der Gruppe Hoigada fanden die Unternehmer wie bei jedem Netzwerktreffen schnell Gesprächspartner, mit denen sie an der erfolgreichen Zukunft Augsburgs durch intensiven Meinungsaustausch weiterarbeiten konnten.