Breitband via DSL, VDSL und TV-Kabel? Was bedeutet das eigentlich?

DSL - Digital Subscriber Line, dt.: Digitale Teilnehmeranschlussleitung (Kupferkabel)

Digital Subscriber Line, dt.: Digitale Teilnehmeranschlussleitung DSL bezeichnet leitungsgebundene Breitband-Verbindungen, die grundsätzlich bestehende Telefonleitungen aus Kupfer nutzen.

DSL basiert darauf, dass bestehende Anschlussleitungen durch die Sprachübertragung nicht ausgelastet werden. Die freien Kapazitäten werden mit der DSL-Technik für die digitale Datenübertragung genutzt. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Varianten von DSL vor allem durch die Geschwindigkeit, mit der Daten übertragen werden. Kennzeichnend für die meisten DSL-Anschlüsse sind die unterschiedlichen Geschwindigkeiten beim Senden (Upload) und Empfangen (Download) von Daten. Für das Senden steht, technisch bedingt, eine geringere Bandbreite zur Verfügung.

Lichtwellenleiter / Glasfasertechnologie:

Glasfasern sind lange, dünne Fasern, die aus geschmolzenem, hoch reinem Quarzglas hergestellt werden. Bei der Datenübertragung über Glasfaser werden die Daten als Lichtsignale codiert und durch optische Leitungen gesendet. Signale können in Glasfasern im Vergleich zu Kupferkabeln mit bis zu 40 Gigabit pro Sekunde deutlich schneller und verlustärmer übertragen werden. Glasfasern sind damit ideal um große Datenmengen schnell zu übertragen. Zudem zeigt sich die Datenübertragung in Glasfaserkabeln als unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen und bietet eine höhere Abhörsicherheit als andere Leitungsnetze.

Die Glasfasertechnologien werden danach unterschieden, wie weit der Lichtwellenleiter bis zum Kunden verlegt wird und welche Strecke weiterhin über Kupferdraht überbrückt wird:

  • Die FTTC- (Fibre To The Curb, dt.: Glasfaser bis zum Bordstein) oder FTTN- (Fiber To The Neighborhood, dt.: Glasfaser bis zur Nachbarschaft) Verlegungsmethode. Bei FTTC/FTTN werden die Glasfaserkabel bis in die Nähe der Wohnanwesen verlegt, in der Regel bis zum Kabelverzweiger (KVZ) bzw. Multifunktionsgehäuse (MFG). Die letzten Meter zum Endnutzer werden dann per Kupferkabel überbrückt. In Deutschland ist diese Technologie unter VDSL bekannt. Aktuell können so Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erzielt werden.
  • FTTB (Fibre To The Basement/Building, dt.: Glasfaser bis in den Keller bzw. zur Grundstücksgrenze). Bei FTTB endet die Glasfaser im Erdgeschoss des Hauses bzw. an der Grundstücksgrenze. Über vorhandene Kupferleitungen erreichen die Signale dann die Wohnungen.
  • FTTH (Fiber To The Home, dt.: Glasfaser bis in die Wohnung). Bei FTTH werden die Glasfaserkabel direkt bis in die Wohnung des Endnutzers verlegt. Problematisch ist hierbei die Verkabelung innerhalb des Gebäudes (besonders mehrstöckige Gebäude), da erstens die LWL-Kabel sehr dünn und empfindlich sind und zweitens die Anbieter ungern die Kosten, als auch die Haftung für eine gebäudeinterne Kabelinfrastruktur übernehmen.

Wie funktioniert Breitband-Internet über das TV-Kabel?

Breitbandinternet über das Kupferkoaxialkabel wird den Kunden üblicherweise über das bestehende TV-Kabelnetz angeboten. Das Koaxialkabel besteht aus einem Kupferkern und einem abschirmenden Kupfermantel. Die TV-Kabelnetze sind dadurch hinsichtlich Störanfälligkeit, Reichweite und Kapazität um einiges leistungsfähiger als die für DSL genutzten klassischen Telefonnetze aus Draht. Der Datenübertragungsstandard DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification) legt Modulationsverfahren, Frequenzen und Schnittstellen fest, die den Betrieb eines rückkanalfähigen Koaxialkabelnetzes gewährleisten, was sowohl den Empfang als auch das Senden von Daten über den Kabelanschluss möglich macht. Die Datenraten im Download können bis zu 500 Megabit pro Sekunde betragen.